Münster aufgeführt als Ankerprojekt

Faire Beschaffung braucht klare Strukturen, verbindliche Zuständigkeiten und einen langen Atem. Dass Münster diesen Weg konsequent geht, wird nun auch auf Bundesebene sichtbar: Engagement Global stellt Münster als eines von sieben Ankerprojekten im Themenfeld faire Beschaffung vor.

Im Rahmen der Wettbewerbsrunde „Hauptstadt des Fairen Handels 2025“ hebt Engagement Global Kommunen hervor, die fairen Handel und faire Beschaffung nicht nur projektbezogen, sondern dauerhaft strukturell verankern. Münster gilt dabei als gutes Beispiel dafür, wie Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam tragfähige Grundlagen schaffen können.

Faire Beschaffung strukturell verankert

Konkret würdigt Engagement Global die Einrichtung der ämterübergreifenden Arbeitsgruppe „Sozialökologische Beschaffung“, die die Stadt Münster im Jahr 2022 auf Basis eines Ratsantrags ins Leben gerufen hat. Ziel dieses Gremiums ist es, bestehende Aktivitäten zu bündeln und ein verwaltungsweites, faires und nachhaltiges Beschaffungswesen weiterzuentwickeln.

Beteiligt sind unter anderem das Büro Internationales, das Amt für Grünflächen, Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Münster Marketing sowie Vertreter*innen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die Federführung liegt beim Amt für zentrale Rechtsdienstleistungen und Vergabemanagement. Mit dieser Struktur schafft die Stadt klare Zuständigkeiten und eine verbindliche Grundlage für die Umsetzung fairer Beschaffung in der Verwaltung.

Wirkung über Einzelprojekte hinaus

Aus Sicht von Engagement Global zeigt das Beispiel Münster, wie durch solche Gremien nachhaltige Wirkung entsteht:

  • eine verbindliche Arbeitsstruktur für öko-faire Beschaffung,
  • die Bündelung vorhandenen Engagements innerhalb der Verwaltung,
  • sowie eine stärkere Sensibilisierung von Verwaltungsmitarbeitenden.

Ergänzt wird dies durch weitere strukturelle Anker: Faire Beschaffung ist als strategisches Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 verankert, wurde zeitweise durch eine Personalstelle im Rahmen des SKEW-Förderprogramms gestärkt und ist Teil regionaler Vernetzungsbemühungen der Fairtrade-Städte im Münsterland.

Ein wichtiges Signal für die Fairtrade-Arbeit vor Ort

Als Fairtrade-Steuerungsgruppe Münster freuen wir uns über diese bundesweite Anerkennung. Sie zeigt, dass die langjährige Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Politik und Zivilgesellschaft Früchte trägt – und dass faire Beschaffung ein zentrales Handlungsfeld für globale Verantwortung auf kommunaler Ebene ist.

Die Nennung als Ankerprojekt macht deutlich: Fairer Handel in Münster ist nicht nur Engagement einzelner, sondern zunehmend systematisch in kommunalen Strukturen verankert. Das ist ein starkes Signal – nach innen wie nach außen.