Bittere Orangen: Ausstellung zu moderner Sklaverei in Europa

Die vhs Münster zeigt in Kooperation mit den Münsteraner Weltläden la tienda e.V. und Weltladen Münster vom 9. Januar bis 6. Februar die kostenfreie Ausstellung „Bittere Orangen – moderne Sklaverei in Europa“ im Foyer der vhs Münster (Aegidiistraße 70).

Die Ausstellung thematisiert die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Erntearbeiterinnen und -arbeitern auf Orangenplantagen in Kalabrien, im Süden Italiens. Viele von ihnen sind Geflüchtete, die über Lampedusa nach Europa gekommen sind und dort unter prekären und ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Damit rückt ein „Zukunftsort“ in den Fokus, der sich für viele als Ort der Ausgrenzung und Ausbeutung erweist.

Grundlage der Ausstellung ist eine 13-jährige Feldforschung des Ethnologen und Kulturanthropologen Prof. Dr. Gilles Reckinger. Gezeigt werden 106 Fotografien, die die Arbeiter selbst mit Digitalkameras und Smartphones aufgenommen haben. Die Bilder werden ergänzt durch Informationen zu den politischen und wirtschaftlichen Strukturen, die diese Arbeitsverhältnisse ermöglichen – von europäischer Migrationspolitik bis hin zum globalen Preisdruck in der Lebensmittelproduktion.

Begleitend zur Ausstellung bietet die vhs Münster ein vielfältiges Programm an, darunter Führungen, eine Filmvorführung, ein Wohnzimmerkino und ein Kochkurs. Für Schulklassen werden zudem gesonderte Führungen angeboten.

Die Eröffnung findet am Dienstag, 13. Januar, um 19 Uhr statt. Neben Grußworten und einem kleinen Empfang wird der Ausstellungsmacher Prof. Dr. Gilles Reckinger persönlich durch die Ausstellung führen und aus seinem Buch „Bittere Orangen“ lesen (erstmals erschienen 2018, neu aufgelegt und erweitert 2025).

Die Ausstellung zeigt eindrücklich, wie eng unser Konsum mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in europäischen Lieferketten verknüpft ist, und lädt zur Auseinandersetzung mit Fairness, Verantwortung und Alternativen ein.

Eintritt frei